NEUES ALTES LEBEN

Wir suchten einen Platz zum Schlafen für die 4. Nacht.
Aus Zufall und Bauchgefühl fanden wir den perfekten Ort – direkt am Meer, mit einem tollen Ausblick auf den Meereshorizont, in der Nähe von Ravenna.

Wir entdeckten zwei Gebäude am Wasser.
Ein Einheimischer, mit dem wir redeten, erklärte uns, es sei eine Gasbohrinsel, die Locals nannten sie Angela angelina

Als wir am Strand entlang schlenderten, entdeckten wir einen ungewöhnlichen Fund: eine tote Schildkröte.
Sie war relativ groß, wie die Steine, die sie umgaben.
Sie blieb still in der Umgebung liegen, von Fliegen bedeckt. Ein Geruch von Verwesung und Ende stieg in unsere Nasen.

Dieses Erlebnis triggerte in uns etwas – etwas, mit dem jeder und alles konfrontiert wird: dem Tod, dem Vergänglichen.

Alles entsteht mit der Kreation Gottes, der Geburt.
Anschließend durchlebt der Organismus Zeit mit Höhen und Tiefen.
Man kann auch sagen, dass es während des Lebens immer wieder Geburten und Tode gibt – so wie ein Baum im Frühling grün wird und wiederbelebt wird nach dem Winter, wo der Baum stirbt, alle Blätter verliert und ruhig wird.
Kahl, still – ein Gefühl von Ende und Ruhe. Ein zyklus

Wir Menschen sind genau gleich.
Wir gehen durch gute und schlechte Zeiten, durch Geburt und Tod in uns selbst.
Eines Tages kommt der Moment, an dem unser Körper endgültig stirbt – und die Erde nicht mehr durch ihn wahrnehmbar ist.

So erging es der Schildkröte.
Ihre Seele ist weitergezogen, und ihr physischer Körper wird mit der Zeit zersetzt, er füttert Tiere, nährt den Boden und wird wieder Teil des Meeres – auf eine andere Art.
So entsteht wieder neues Leben.

(So wie die Angelina– die Gasbohrinsel– vor etwa zehn Jahren stillgelegt wurden.
Dadurch entstand ganz sicher mehr Leben, durch weniger Naturverschmutzung.)

– Blogeintrag von Korenček (02.11.2025)

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